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Essigälchen – Turbatrix aceti

von | 29.09.2017 | Lebendfutter | 0 Kommentare

Nahrhafte Würmchen aus der Flasche

Wer kleine Fische züchtet, benötigt in der Regel kleines Lebendfutter und kann aus verschiedenen Gründen nicht immer auf Artemia-Nauplien zurück greifen. Entweder sind sie zu groß, die Zucht zu umständlich oder die Zysten zu teuer. Eine günstige und klein bleibende Alternative bzw. Ergänzung bilden Essigälchen.

Die Würmchen

Die eng mit den Mikrowürmchen verwandten Essigälchen sind freilebende, bakterienfressende Fadenwürmer (Älchen), die eine Länge von bis zu 2 mm erreichen können (Männchen 1 mm). Sie sind sehr schlank, so dass sie bereits von vielen Jungfischen gefressen werden können, denen Artemia-Nauplien gerade noch zu groß sind. Darüber hinaus sind die kleinen Würmchen sehr nahrhaft, was sie zu idealem Aufzuchtfutter für Fische macht, die auf bewegte Nahrung angewiesen ist. Allerdings sollten aufgrund des hohen Fett- und Kollagenanteils soweit möglich abwechslungsreich auch andere Futtertierchen angeboten werden.

Das Essigälchen tritt vorzugsweise in zucker- bzw. alkoholhaltigen Medien auf, in denen Essigsäuregärung stattfindet, und ernährt sich von den Essigsäurebakterien. Dank ihrer Lebensgewohnheit und rasanten Vermehrung ist die Futtertierzucht sehr einfach und recht ergiebig.

Der Ansatz

Wir verwenden für die Zucht 1 l Plastikflaschen mit einer großen Öffnung. Darin mischen wir 5%igen Bio-Apfelessig und Leitungswasser jeweils zur Hälfte. Hinein kommt ein weniger als erbsengroßes Stück Hefe oder etwas Trockenhefe und ein gestrichener Teelöffel Zucker mit einem Ansatz Essigälchen einer alten Kultur. Der Deckel der Flasche wird nur leicht aufgelegt, da Luft an die Flüssigkeit kommen muss.

Die Fütterung

Sieht man im oberen Drittel der Flasche viele kleine Würmchen, können sie verfüttert werden. Wollen wir einen halben Tag später füttern, füllen wir den einen kleinen 50 ml Glaskolben mit schlankem Hals bis etwa 3 cm unter den Rand mit der Essigälchen-Flüssigkeit aus der Flasche. Läuft bei uns die Jungfischzucht auf Hochtouren verwenden wir größere Likörflaschen, ebenfalls mit schlankem, langem Hals.

Dann geben wir einen kleinen Stopfen aus Filterwatte in das Rohr, so dass die Flüssigkeit gerade über der Watte steht. Verwendet man einen unten verdickten Kabelbinder neben dem Schwammstopfen, so lässt sich dieser später sehr einfach wieder aus dem Flaschenhals ziehen.
Bis zum Rand wird dann mit normalem Wasser aufgefüllt. Da im unteren Teil des Gefäßes der Sauerstoff verbraucht wird, bewegen sich die Essigälchen durch die Watte hindurch ins klare Wasser nach oben. Dieses Wasser kann nach einigen Stunden mit Hilfe einer Pipette abgezogen und direkt an die Fische verfüttert werden. Die Flüssigkeit aus dem Kolben geben wir zurück in die Zuchtflasche. Insbesondere in Aquarien mit eher saurem Milieu halten sich die kleinen Essigälchen viele Stunden im Wasser, auf jeden Fall deutlich länger als Artemia-Nauplien. Gegenüber den Mikroälchen haben sie den Vorteil, dass sie sich im Freiwasser aufhalten und nicht zu Boden sinken.

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Kai A. Quante

Kai A. Quante

Kai A. Quante ist seit Kinderzeiten Aquarianer. Im harten Wasser wurden zu Jungendtagen Lebendgebärende wie Segelkärpflinge, Black Mollies und Platies gezogen. Mit Umzug nach Braunschweig, mit seinem weichen Wasser, vermehrten sich die Aquarien auf inzwischen etwa 60 bis 80 mit 1,5 bis 180 Litern Volumen mit meist kleinen Fisch- und Wirbellosen-Arten, die sich in den Becken tummeln. Gezüchtet wurden früher diverse Harnisch- und Panzerwelse, Zwergbuntbarsche, Labyrinther und Salmler. Durch die Begeisterung für Wirbellose wurden Anfang der 1990er bereits Bienengarnelen gezüchtet, bald kamen Marmorkrebse und Ringelhandgarnelen als Grundlage für die Zucht diverser Krebs-, Garnelen- und Krabbenarten. Urzeitkrebse faszinieren seit Yps-Zeiten in der Jugend und sind ständige Begleiter. Sie bevölkern nun zwischen 20 und 40 Becken. Seit 2015 hat er mit AQ4Aquaristik eine eigene Marke für aquaristische Produkte im Bereich Urzeitkrebse, Futter und aquaristische Produkte.