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Urzeitkrebs Zysten – pure Eier oder in Sand – Schlupfrate

von | 23.03.2018 | Urzeitkrebse | 3 Kommentare

Urzeitkrebse des Süßwassers leben in kleinen, temporären Gewässern, in denen es nur im Frühjahr bzw. Sommer für wenige Wochen Wasser gibt. Daher sind die Urzeitkrebse an diese Bedingungen angepasst und Eier, die vor der Trockenzeit abgelegt wurden, überleben trocken. Die Eier entwickeln sich ein wenig und überdauern dort dann während der Trockenheit als Zysten.

Regnet es oder wird der trockene Bereich überschwimmt und steigt die Temperatur über die für die entsprechende Art notwendige Temperatur, so quellen die Eier auf, treiben an der Wasseroberfläche und dank des Sonnenlichtes schlüpfen die kleinen Urzeitkrebse. Bereits wenige Wochen reichen aus, damit die Weibchen ausreichend Eier für die nächste Generation abgeben. Feenkrebse lassen die Eier einfach auf den Boden fallen und Triops graben ihre Eier im feinen Bodengrund ein.

Schlupfrate

Wichtig zu wissen ist, dass sich die Natur quasi ein Hintertürchen als Absicherung eingebaut hat. Nicht aus allen, teils nur aus einem geringen Teil, Zysten/Eiern schlüpfen beim ersten Füllen des Gewässers auch Nauplien. Dies macht Sinn, denn nicht immer reicht der Regen aus, dass die Pfütze oder der kleine Teich mindestens zwei bis drei Wochen existiert, damit die Urzeitkrebse groß werden können, um Eier zu legen. Daher brauchen viele Eier mehrere Perioden des feucht und wieder trocken Werdens.

Manchmal schlüpfen auch nach Wochen noch Nauplien. Dies kann temperaturabhängig sein, aber macht aus Sicht der Natur ebenfalls Sinn, denn durch lange Feuchtperioden können so weitere Urzeitkrebse ihre Eier ablegen, die Zeit wird besser genutzt. Wenn denn in einem Aquarium, wo alle Alttiere verstorben sind, auf einmal neue Nauplien auftauchen, so können dies Nachzügler sein, die bisher von den Erwachsenen verspeist wurden.

Auch kann es bei einigen Arten sein, dass aus einigen Eiern, die keine Trockenphase durchlebt haben, trotzdem Nauplien schlüpfen. Ebenfalls eine sinnvolle Laune der Natur, da so mehrere Generationen in einer Feuchtphase für die Erhaltung der Art sorgen.

Bei aus den gemäßigten Breiten, wie Deutschland, kommenden Arten kann auch eine mehrtägige bis -wöchige  Lagerung der Zysten im Kühl- oder Gefrierschrank den Schlupf fördern.

Also nicht gleich aufgeben, wenn beim ersten Ansatz nichts oder sehr wenig schlüpft. Wasser vorsichtig abgießen, so dass die Eier aufgehalten/aufgefangen werden und noch mal ein bis zwei Wochen durchtrocknen.

Triops Zuchtansätze in Sand

Triops buddeln die Eier in den Sand ein. Daher ist es normal, dass Du als Zuchtansatz ein Ei-Sand-Gemisch bekommst. Die Menge dieses Gemisches hängt davon ab, wie produktiv die Triops Weibchen Eier in den Sand gelegt haben. Der Sand wird fertig getrocknet und dann einige neue Ansätze mit einer definierten Menge an Gemisch getestet. Abhängig von dem Schlupfergebnis wird dann die Menge Sand verpackt. Dabei wird davon ausgegangen, dass immer nur aus etwa 1/4 der Zysten kleine Nauplien schlüpfen. Dies ist normal, da natürlich in der Natur bei nur kurzer Zeit mit Wasser nicht alle schlüpfen dürfen. Außerdem schlüpfen einige verzögert nicht nach wenigen Stunden sondern evtl. erst nach mehreren Tagen.

Triops als pure Eier ernten?

Pure Eier bzw. Zysten von Triops zu gewinnen, macht viel Arbeit. Dazu wird das Eier-Sand-Gemisch mit Wasser aufgegossen und kräftig umgerührt, damit sich die Zysten, die am Sand kleben, aufschwimmen. Dann werden die Zysten abgeschöpft und umgehend wieder getrocknet, damit kein Triops schlüpft. Diese winzig kleinen Zysten können dann abgezählt verpackt werden.

Feenkrebse als pure Zysten und Eier im Sand

Feenkrebs Weibchen lassen ihre Eier einfach fallen. Daher ist die Ernte als pure Eier einfacher, wenn kein Bodengrund verwendet wird. Die Eier werden abgesaugt, gereinigt und dann getrocknet.

Da unsere Feenkrebse auch gern von Züchtern für empfindliche Fische als Futter genutzt werden, werden sie teils in großen Behältern ohne Bodengrund gezüchtet. Die großen Zuchtansätze ab 2.000 oder 5.000 Eier sind dann als pure Eier möglich. Normale Ansätze bis etwa 1.000 Zysten gibt es meistens in Sand.

Zysten- / Eianzahl im Zuchtansatz

Bei Feenkrebsen kann man eine geringe Menge an puren Eiern durchzählen, das Volumen mit einem kleinen Dosierlöffel bestimmen und dann hochrechnen.

Bei Eiern im Sand ist das ganze schwieriger. Klar kann man pure Eier gewinnen und die dann wieder aufteilen. Bei seltenen und weniger produktiven Triops Arten arbeiten wir so, d.h. pure Eier werden mit Sand aus einem entsprechenden Triops Ansatz gemischt, um ein Minimum von etwa 50 bis 100 Eiern pro Ansatz abzusichern. Aber in der Regel wird aufgrund statistischer Werte und Versuche mit einer pro Art notwendigen Weibchenanzahl pro Menge an Sand gearbeitet. Dadurch ergibt sich dann grundsätzlich eine Eimenge von mindestens 50 bis 100, wenn nicht mehr, pro Zuchtansatz.

Wichtig: Eianzahl ist ungleich schlüpfender Nauplien – siehe oben 😉 !

3 Kommentare

  1. Avatar

    Gibt es auch eine Methode wie man die Triops Eier in trockenem Zustand vom Sand trennen kann ?
    Wenn man nun die Eier wieder nass macht nachdem sie schon getrocknet waren, wie bekommt man sie dann schnell genug wieder trocken das keine schlüpfen ?
    Danke für Ihre Antwort. LG Indra

    Antworten
    • Tobias Langer

      Im trockenen Zustand kannst Du bei gröberen Bodengrund die Eier einfach aussieben. Bei feinem Bodengrund müsstest Du wohl jedes Ei selbst absammeln. Das wird sehr umständlich.
      Am besten etwas vom getrockneten Sand in einen Messbecher geben, Wasser drauf, umrühren und dann schwimmen die Eier oben. Diese dann abfangen und erneut trocknen lassen. Die kurze Zeit im Wasser bringt die Triops nicht zum Schlupf.

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      • Avatar

        Ja das stimmt ist sehr mühsam, hab’s aber schon gemacht mit einer Lupe 5fach vergrößert und einem feinen Haar Pinsel und daran bleiben die trockenen lohsen Eier auch gut hängen aber die, die eben an den steinchen kleben wollen so nur schwer runter.
        Werd wohl doch lieber mal das mit Wasser probieren ???
        Danke für die Hilfe ?

        Antworten

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Kai A. Quante

Kai A. Quante

Kai A. Quante ist seit Kinderzeiten Aquarianer. Im harten Wasser wurden zu Jungendtagen Lebendgebärende wie Segelkärpflinge, Black Mollies und Platies gezogen. Mit Umzug nach Braunschweig, mit seinem weichen Wasser, vermehrten sich die Aquarien auf inzwischen etwa 60 bis 80 mit 1,5 bis 180 Litern Volumen mit meist kleinen Fisch- und Wirbellosen-Arten, die sich in den Becken tummeln. Gezüchtet wurden früher diverse Harnisch- und Panzerwelse, Zwergbuntbarsche, Labyrinther und Salmler. Durch die Begeisterung für Wirbellose wurden Anfang der 1990er bereits Bienengarnelen gezüchtet, bald kamen Marmorkrebse und Ringelhandgarnelen als Grundlage für die Zucht diverser Krebs-, Garnelen- und Krabbenarten. Urzeitkrebse faszinieren seit Yps-Zeiten in der Jugend und sind ständige Begleiter. Sie bevölkern nun zwischen 20 und 40 Becken. Seit 2015 hat er mit AQ4Aquaristik eine eigene Marke für aquaristische Produkte im Bereich Urzeitkrebse, Futter und aquaristische Produkte.
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