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Ringelhechtling, Pseudepiplatys annulatus

von | 07.01.2016 | Fische | 0 Kommentare

Für kleine Gesellschaftsbecken mit Zwerggarnelen oder Zwergkrebsen suchen wir Aquarianer immer passende Beifische für die oberen Wasserregionen. Mit dem Ringelhechtling haben wir kleine, farbenprächtige Fischchen, die eine ansprechende Zeichnung haben und mit etwas Mühe auch züchtbar sind.

Der Ringelhechtling Pseudepiplatys annulatus wird bis zu 4 cm groß, wobei die Weibchen kleiner bleiben. Ältere Männchen können vielleicht noch ein paar Millimeter mehr erreichen, aber klein können wir sie immer noch nennen. Charakteristisch sind seine vier dunklen Querbinden auf hellem Untergrund, die Augen sind leuchtend blaugrün. Das Männchen hat farbige, ausgezogene Flossen und ist damit einfach von den nur quergestreiften Weibchen zu unterscheiden. Auf dem Kopf haben die Fische einen bläulich schimmernden Punkt, den bereits die winzigen Jungfische zeigen.

Wie alle Hechtlinge hat er eine schlanke Gestalt und ein oberständiges Maul. Dies verrät ihn als oberflächenorientierten Insektenjäger, der auf Anflugnahrung wie Mücken spezialisiert ist. Algen oder Pflanzen gehören nicht in sein Ernährungsportfolio.
Die Art ist sehr friedlich und auch die Männchen führen untereinander nur Imponierkämpfe aus, bei denen sie sich nicht verletzen, aber Leben ins Aquarium kommt, wenn sich die Herren gegenüber stehen und ihre Reviere abstecken.

Vorkommen

Ringelhechtlinge kommen aus der Küstenregion Westafrikas an verschiedenen Standorten vor, die sich auch durch ihre Zeichnung unterscheiden. Diese Standortvarianten sollten nicht miteinander vermischt werden, falls sie denn bekannt sind. Die Herkunftsbiotope sind in der Regel Gewässer mit weichem und saurem Milieu, was für die Haltung und insbesondere Zucht beachtet werden sollte.

Haltung und Pflege

Da sich die Hechtlinge meist in der Nähe der Wasseroberfläche aufhalten, muss das Aquarium für diese Fische nicht hoch sein. Einige Schwimmpflanzen, unter denen die Tiere Schutz finden, sollten einen Teil der Oberfläche abdecken. Außerdem sind feine Wasserpflanzen wie Javamoos sinnvoll, da sie als Laichsubstrat dienen. Ist das Aquarium mit wenig Beleuchtung, Schwimmpflanzen und dunklem Bodengrund recht dunkel gehalten, fühlen sich die Tiere wohl. Ich selbst habe in dem Aquarium Sperrblätter Anubias barteri und Javafarn Microsorum pteropus sowie Moose, die alle bis zur Oberfläche reichen und dort reichlich Versteckplätze bieten. Die allgegenwärtigen Wasserlinsen schöpfe ich gelegentlich ab, wenn es zu viele werden, aber ganz entfernen schaffe ich nie.
Bei Hechtlingen ist es generell sinnvoll, das Aquarium abzudecken, da sie gute Springer sind. Insbesondere nachts, wenn sie sich aus welchen Gründen auch immer erschrecken, hüpfen sie schnell aus dem Aquarium und der Rückweg gelingt natürlich nicht mehr. Weiches bis mittelhartes Wasser bei pH Werten um 6,5 sowie Temperaturen um 24 °C sind für die Fische zur Haltung geeignet.
Die Filterung erfolgt über einen 10x10x35 cm großen Mattenfilter mit Luftheber.
Lebendfutter wie Artemia oder Cyclops werden gern gefressen. Frühjahr bis Herbst können sehr gut kleine schwarze Mückenlarven gefüttert werden, die Vermehrungsfreude anregen. Gibt man die kleinen Eischiffchen der Mückenlarven auf die Oberfläche, können die frisch schlüpfenden Mückenlarven sogar von Jungfischen gefressen werden. Auch feines Granulat oder Flockenfutter werden meist von der Oberfläche angenommen. Zum Fressen an den Boden kommen die Hechtlinge nur im Notfall.

Vergesellschaftung

In einem 54 l Aquarium kann eine Gruppe von zwei Männchen und vier Weibchen gepflegt werden. Natürlich macht es Sinn, das Aquarium größer zu wählen, um Jungtiere mit auf zu ziehen und andere kleine Fische oder Garnelen mit zu pflegen. Ich selbst halte meine derzeitige Gruppe von einem Männchen und drei Weibchen mit Jungtieren in einem Aquarium 40 cm breit, 50 cm tief und 35 cm hoch also in etwa 60 Liter Wasser. In meinem sehr dicht bepflanzen Aquarium lebt dazu eine Gruppe Wabenmuster-Antennenwelse Ancistrus sp., ein kleiner Trupp Zwergpanzerwelse Corydoras pygmaeus sowie Tangerine Tigergarnelen.
Wenn sich die Babygarnelen gut verstecken entgehen sie den Zugriffen der Hechtlinge, die natürlich auch mal zugreifen. Bei einer dichten Bepflanzung können sich sowohl die Garnelen als auch die Fische vermehren. Somit sind die Ringelhechtlinge auch aufgrund der Wasserparameter für die Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen geeignet, bei denen es nicht darauf ankommt, dass jede Junggarnele das Erwachsenenalter erreicht.

Vermehrung

Fühlen sich die Fische wohl, laichen sie bei regelmäßigem Wasserwechsel und kräftiger Fütterung mit Lebendfutter in feinen Pflanzen ab. Dabei sollte das Wasser recht weich und der pH-Wert im leicht sauren Bereich um 6 liegen. Die Eier sind sehr klein. Die Jungfische schlüpfen nach etwa 10 Tagen, was abhängig von der Temperatur ist. Sie sollte zwischen 24°C und 27°C liegen. Bei diesen Wasserwerten entwickeln sich die Eier, wenn keine Eifresser die kleinen Eier aus den Pflanzen picken. Daher sollte die feine Bepflanzung insbesondere an der Oberfläche sehr dicht sein und keine Planarien oder stark Eier suchende Tierchen vorhanden sein. Bei mir klappte die Zucht nach der Umstellung von Leitungs- auf Regenwasser und der erfolgreichen Bekämpfung von Planarien deutlich besser. Die Alttiere fühlen sich sichtlich wohler und Jungtiere kommen auf.

Die kleinen etwa 3 mm langen Hechtlinge können noch keine frisch geschlüpften Artemia fressen, weshalb sie mit Pantoffeltierchen gefüttert werden. Ich habe dafür einen entsprechenden Zuchtansatz. Wenig später fressen sie Essigälchen und nach gut einer Woche frisch geschlüpfte Artemia. Allerdings finden sie meist in den feinen Pflanzen eines gut eingelaufenen Aquariums ausreichend Kleinstlebewesen. Nach dem Schlupf zeigen die Jungfische kaum Zeichnung, nur der leuchtende Fleck auf dem Kopf lässt sie von oben betrachtet aufblitzen. Die charakteristischen Querstreifen kommen allerdings bereits nach wenigen Tagen.

Die Eltern stellen ihren Jungen normalerweise nicht nach, weshalb ohne Abfischen der kleinen Hechtlinge immer wieder Jungfische bei den Alten groß werden. Auch scheu sind die kleinen kaum, wenn man sich vor dem Aquarium langsam bewegt und nicht gegen die Scheiben klopft.

Empfohlenes Futter

Wir füttern unsere Hechtlinge am liebsten mit unsere Sealife Power Paste und Sealife Color Paste. Dazu bekommen sie kleines Lebendfutter wie Bananenwürmer, Mikrowürmer, Essigälchen, Wasserflöhe sowie selbst gezüchtete Artemia.

Fazit

Für Garnelenfreunde, die gern etwas Fisch in den oberen Wasserregionen haben und nicht jede Garnele auf ziehen wollen, bietet sich dieser kleine Hechtling an. Mit weichem leicht saurem Wasser, einer guten Bepflanzung und kleinem Lebendfutter kann man viel Spaß an den Ringelhechtlingen haben und hat bald eine schöne Gruppe in einem möglichst nicht zu kleinen Aquarium.

Schlagwörter: hechtlinge | nano | pseudepiplatys

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Kai A. Quante

Kai A. Quante

Kai A. Quante ist seit Kinderzeiten Aquarianer. Im harten Wasser wurden zu Jungendtagen Lebendgebärende wie Segelkärpflinge, Black Mollies und Platies gezogen. Mit Umzug nach Braunschweig, mit seinem weichen Wasser, vermehrten sich die Aquarien auf inzwischen etwa 60 bis 80 mit 1,5 bis 180 Litern Volumen mit meist kleinen Fisch- und Wirbellosen-Arten, die sich in den Becken tummeln. Gezüchtet wurden früher diverse Harnisch- und Panzerwelse, Zwergbuntbarsche, Labyrinther und Salmler. Durch die Begeisterung für Wirbellose wurden Anfang der 1990er bereits Bienengarnelen gezüchtet, bald kamen Marmorkrebse und Ringelhandgarnelen als Grundlage für die Zucht diverser Krebs-, Garnelen- und Krabbenarten. Urzeitkrebse faszinieren seit Yps-Zeiten in der Jugend und sind ständige Begleiter. Sie bevölkern nun zwischen 20 und 40 Becken. Seit 2015 hat er mit AQ4Aquaristik eine eigene Marke für aquaristische Produkte im Bereich Urzeitkrebse, Futter und aquaristische Produkte.

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