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Rosy-Zwergschmerle – Petruichthys sp. „Rosy“

von | 10.11.2017 | Fische | 2 Kommentare

Kleine Schmerlen sind attraktive Fische mit interessantem Verhalten. Insbesondere die orange Zwergschmerle aus Myanmar besticht durch die Färbung der Männchen. Da sie bereits in kleineren Aquarien gehalten und gezüchtet werden kann, macht sie zusätzlich begehrt.

Seit 2007 sind diese kleinen Zwergschmerlen in der Aquaristik bekannt und haben uns damals bereits infiziert. Als Freund kleiner Aquarien mit leichtem Hang zu außergewöhnlichen Tieren wollten wir diese Fische haben und bekamen aus verschiedenen Quellen über 30 Importtiere.

Aussehen

Orange Männchen Petruichthys sp. rosy wird etwa 3,5 cm groß und stammt aus Myanmar, wo sie zusammen mit dem Galaxy-Zwergbärbling (Danio margaritatus) vorkommen soll. Als Beifänge zu den Zwergbärblingen sind sie auch als erstes nach Deutschland gelangt.

Die Weibchen erinnern mit ihrer Punktzeichnung an die etwa 3 cm größer werdende Inle-Schmerle Petruichthys brevis. Männchen dagegen haben einen deutlichen Längsstrich an der Körperseite und nur wenig Punktmuster im Rücken. Die Körpergrundfarbe ist ein helles Ocker. Besonders zur Balzzeit zeigen die Männchen allerdings eine leuchtend orange-rote Grundfarbe, die bei unterdrückten Tieren fehlt. Hat man nur Männchen vor sich, kann man sogar den Glauben haben, einige diese farblosen Fischchen seien Weibchen. Leider sind wir diesem Irrtum wohl aus Hoffnung erlegen und ALLE unsere Tiere waren Männchen, was sich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit leider zweifelsohne sagen ließ. Die etwa 20 Männchen, den Rest hatten wir bereits abgegeben, bezogen ein dicht bepflanztes Becken und waren kaum zu sehen.

Futter

Die Fütterung ist einfach, da sie sowohl feines Granulatfutter als auch Futtertabletten annehmen. Natürlich wird feines Lebendfutter bevorzugt.

Zuchtvorbereitung

2009 bekamen wir 4 junge Pärchen, die ein 30 x 50 x 30 cm großes Aquarium bezogen, das wir mit einem kräftigen Hamburger Mattenfilter mit 10 x 10 x 30 cm gefiltert wurde. Bereits einige Sri Lanka Zwerggarnelen Caridina cf. simoni tummelten sich darin. Die Einrichtung bestand aus einem Kongo-Wasserfarn Bolbitis heudelotii und einem Ablaichkasten für Freilaicher von Gerd Arndt.

Dieser Glaskasten ist etwa 20 cm breit, 15 cm tief und 10 cm hoch. Die obere Hälfte ist abnehmbar während auf der unteren ein Gitter mit Maschenweite von etwa 2 mm aufliegt. Durch einen 2 cm großes Spalt, der durch das größere Oberteil entsteht, können die Fische in den Kasten schwimmen. In diese Box wurde etwas Java-Moos gegeben. Dies wollten wir genau hier erreichen und mit dem Rost, durch den die Eier fallen sollten, verhindern, dass die Schmerlen ihren Laich fressen.

Mit einem Seemandelbaumblatt wurde ein pH-Wert um 6 erreicht. Die Gesamthärte liegt bei etwa 6 dgH. Die Temperatur wurde auf 27 °C erhöht.

Die Paarung

Eines Tages konnten wir abends gegen 20 Uhr dann den Schmerlen beim Laichen zusehen. Die Alttiere wurden die letzten 4 Wochen kräftig mit Artemia und alle paar Tage mit Grindal gefüttert, so dass die Weibchen sichtlich rund waren. Die Männchen zeigten ihre kräftig orange-rote Körperfarbe und verfolgten die Weibchen durch das Aquarium.

Bis zu zwei Männchen begleiteten gleichzeitig ein Weibchen. Mit dem Maul beknabberten sie den Rücken und die Seiten der Angebeteten. Intensivem Treiben in fast schmetterlingshafter Schwimmweise folgten kurze Schwimmpausen, in denen sie inne hielten, eh es wieder los ging.

Zum Ablaichen begaben sich die Fische ins Javamoos im Glaskasten aber leider auch in die Wurzeln des Farns im Becken. Das Männchen umschließt das Weibchen beim Laichen von oben und das Paar hält einen Moment still, um die Eier einzeln oder in sehr geringer Stückzahl abzugeben.

Die glasigen, etwas weniger als 1 mm großen Eier kleben an den feinen Pflanzen und fallen nicht durch den dafür vorgesehen Rost. Wir haben daher den Inhalt des Ablaichkastens in einen etwa 5 Liter fassenden Plastikkasten überführt, so dass die Jungfische dort in Ruhe schlüpfen konnten.

Dies passiert nach etwa 1,5 Tagen, wobei es bei höheren Temperaturen schneller geht. Die kleinen Babies hängen dann im Javamoos oder an den Wänden.

Wie viele Eier pro Weibchen in Summe abgegeben werden, können wir nicht genau sagen. Wir haben zumindest bei den beiden Malen jeweils etwa 20 Jungtiere von mindestens zwei Weibchen erzielen können.

Die Aufzucht

Nach drei Tagen haben wir alles in einen Einhängekasten im Aquarium der Eltern zur Aufzucht überführt. Der Einhängekasten pumpt mit einem kleinen Luftheber über einen Filter das Aquarienwasser in den Kasten und strömt durch eine feine Gaze wieder aus. Dadurch entspricht das Wasser dem des großen Beckens und wird darüber hinaus noch etwas gefiltert.

Im Moos, das mit in den Kasten getan wurde, konnten sich die kleinen Schmerlen verstecken. Mehrmals täglich wurden die Schmerlen-Babies gefüttert. Die ersten Tage bekamen sie Pantoffeltierchen und Essigälchen. Bald nahmen sie allerdings schon frisch geschlüpfte Artemia und Mikrowürmchen.

Für Fische, die als Endgröße kaum 4 cm erreichen, erwarten wir normalerweise ein langsames Wachstum. Nach 14 Tagen sind sie allerdings bereits knapp 1 cm groß und nach 7 Wochen bereits an die 2 cm. In diesem Alter fängt es an, dass sich die Geschlechtsunterschiede anhand der Punktzeichnung der Weibchen zeigen.

Fazit

Es kann festgehalten werden, dass diese farbenprächtige Zwergschmerle eine Bereicherung der Kleinfisch-Aquaristik darstellt. Die recht einfache Zucht bei den richtigen Wasserwerten und passendem Futter wird sie hoffentlich bei uns in den Aquarien Dauergast werden lassen.

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2 Kommentare

  1. Avatar

    Leider gibt es nie Informationen wo man diese oder auch besondere otocinclus becommen kann. das ist in zeiten wo google bloß noch die gekauften inserate der großen auffindbar listet ermüdend.

    Großhändler liefern auch nicht an HÄndler in der steirischen P rovinz. Aquaristik ernüchtert zunehmend… liebe Grüße
    Wasserliesl

    • Kai A. Quante

      Schreib uns mal direkt an. Wir können Dir einen Großhändler nennen, der Deinen Händler vor Ort auch beliefern sollte.

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Kai A. Quante

Kai A. Quante

Kai A. Quante ist seit Kinderzeiten Aquarianer. Im harten Wasser wurden zu Jungendtagen Lebendgebärende wie Segelkärpflinge, Black Mollies und Platies gezogen. Mit Umzug nach Braunschweig, mit seinem weichen Wasser, vermehrten sich die Aquarien auf inzwischen etwa 60 bis 80 mit 1,5 bis 180 Litern Volumen mit meist kleinen Fisch- und Wirbellosen-Arten, die sich in den Becken tummeln. Gezüchtet wurden früher diverse Harnisch- und Panzerwelse, Zwergbuntbarsche, Labyrinther und Salmler. Durch die Begeisterung für Wirbellose wurden Anfang der 1990er bereits Bienengarnelen gezüchtet, bald kamen Marmorkrebse und Ringelhandgarnelen als Grundlage für die Zucht diverser Krebs-, Garnelen- und Krabbenarten. Urzeitkrebse faszinieren seit Yps-Zeiten in der Jugend und sind ständige Begleiter. Sie bevölkern nun zwischen 20 und 40 Becken. Seit 2015 hat er mit AQ4Aquaristik eine eigene Marke für aquaristische Produkte im Bereich Urzeitkrebse, Futter und aquaristische Produkte.

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