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Schmetterlingsbuntbarsch, Mikrogeophagus ramirezi

von | 09.01.2016 | Fische | 4 Kommentare

Kaum ein Zwergbuntbarsch ist so bekannt, so schön und von Modeerscheinungen betroffen, wie der Schmetterlingsbuntbarsch. Die hier vorgestellte Wildform ist wohl die schönste, auch wenn es inzwischen diverse Farbformen und sogar schleierflossige Fische gibt.
Der bis 6 cm große südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch hat eine gelbe Grundzeichnung mit angedeuteter dunkler Querbänderung. Farblich bestechen seine roten Augen und irisierenden blauen Punkte am ganzen Körper. Männchen werden etwas größer als die Weibchen und haben ausgezogene erste Rückenflossenstrahlen sowie längere Bauchflossen. Weibchen haben einen rötlichen Bauch. Es gibt verschiedene Zuchtformen, die teils größer oder mit verlängerten Flossen sind. Auch wurde die gelbe Grundfarbe oder die blaue Zeichnung verstärkt.

Vorkommen

Schmetterlingsbuntbarsche kommen aus dem Einzugsgebiet des mittleren Orinoco (Venezuela, Kolumbien) aus weichen und sauren Gewässern.

Pflege

Das Aquarium sollte mit Pflanzen und kleinen Wurzeln gut strukturiert eingerichtet sein. Der Bodengrund hat eine Körnung von etwa 2 mm und wird dunkel gewählt, um die Farben der Fische zu unterstützen. Das Wasser sollte weich bis mittelhart bei pH-Werten zwischen 5,5 und 6,5 sein. Wenig belastetes Wasser bei regelmäßigen Wasserwechseln sind ein Muss für die erfolgreiche Pflege, der meist bis maximal 3 Jahre alt werdenden Zwergbuntbarsche. Die Temperatur sollte um 25 °C liegen, auch wenn sie in der Natur bei höheren Werten vorkommen. Dadurch altern sie nicht so schnell.

Zucht

Die Schmetterlingsbuntbarsche sind Offenlaicher, die ihnen flachen selbst ausgehobenen Gruben im Bodengrund oder auf flachen Steinen ablaichen. Aus den bis zu 300 Eiern schlüpfen nach fast zwei Tagen die Jungtiere, die dann von den Elterntieren ins Maul genommen und umgebettet werden. Nach weiteren drei Tagen schwimmen die Jungfische frei und werden von beiden Eltern durchs Aquarium geführt. Da die Kleinen am Anfang kaum frisch geschlüpfte Artemia bewältigen können, muss feineres Futter wie Pantoffeltierchen oder Mikroälchen zugefüttert werden. Die Jungfische wachsen bei guter Fütterung und guter Wasserqualität sehr schnell. Sie können bereits mit vier Monaten geschlechtsreif sein. Aufgrund der hohen Jungfischanzahl und dem schnellen Wachstum muss ein entsprechendes zusätzliches Aquarium für deren Aufzucht zur Verfügung stehen, da ein kleines Nano-Aquarium viel zu klein für eine solche Fischanzahl ist.

Hinweis

Leider ist es recht schwer, ein Paar zu finden, das seine Eier und Jungfische selbstständig aufziehen kann. Durch die künstliche Aufzucht in Zuchtbetrieben ist den Schmetterlingsbuntbarschen vielfach die Elterneigenschaft abhanden gekommen. So fressen viele Paare in den ersten Tagen ihre Eier oder Larven auf. Ebenso kann es vorkommen, dass die Elterntiere beim Einsammeln von verstreut schwimmenden Jungfischen mit dem Maul diese vergessen wieder auszuspucken und runter schlucken. Gelegentlich passiert dies nur einige Male, bevor die Aufzucht dann klappt. Man sollte, wenn es nicht funktioniert, von einer künstlichen Aufzucht absehen, da man dadurch diesen Teufelskreis nur weiter unterstützt.
Beim Kauf sollte man versuchen, ein Paar zu erwerben, das sich bereits aus einem Schwarm gefunden hat und miteinander harmoniert. Eine Vergesellschaftung mit klein bleibenden Harnischwelsen ist gut möglich. Man muss das Zwergbuntbarsch-Paar gut beobachten, um das Weibchen eventuell in einem extra Becken zu separieren, wenn es vom Männchen zu sehr bedrängt wird.

Fütterung

Die Schmetterlingsbuntbarsche bevorzugen Lebendfutter, nehmen allerdings auch feines Futter, dass einen hohen tierischen Anteil hat. Daher sind Artemia-Nauplien oder erwachsene Artemia, anderes Lebendfutter und Sealife Pasten gut geeignet.

4 Kommentare

  1. Avatar

    Hallo, ich habe ein 120 l Aquarium, 80*40*35 cm. Ich bin am überlegen ob ich 2 Schmetterlingsbuntbarschpärchen, 3 Antennenwelse, ein paar Dornaugen und Ringelhechtlinge (2 m, 4 w) halten. Jetzt bin ich mir nicht sicher ob das zusammen passt bzw noch platz für einen Schwarm roter Neon oder grüne Zwergbärblinge ist.
    Vielleicht können Sie mir weiter helfen.
    Gruß
    Sigwarth

    • Kai A. Quante

      Ich würde die Dornaugen weg lassen, da die sich eh normalerweise verstecken. Antennenwelse reicht ein Paar oder kleine. Rest kann gut gehen.

  2. Avatar

    Moin
    Habe bisher noch nie Schmetterlingsbuntbarsche gehalten, überlege nun aber mir ein zusätzliches 350l Becken für die Haltung anzuschaffen.
    Die Wahl würde auf Microgeophagus Ramirezi fallen.
    Frage ist, ob ich hier ein Männchen mit mehreren Weibchen halten kann, die unterschiedliche Zuchtformen haben, also z.b. Lemon Gold mit Electric Blue oder Blue Punk usw…
    Ist das machbar oder muss das zwangsläufig immer auch die selbe Zuchtform sein?

    • Kai A. Quante

      Schmetterlingsbuntbarsche sind monogam, d.h. bitte pärchenweise halten. Natürlich können Zuchtformen gemischt werden, wobei aus unserer Sicht die einzig schönen die wildfarbigen sind, denn dieses Farbenspiel kann man nicht verbessern. Außerdem bitte keine Schleierformen nehmen, denn das sieht vielleicht „lustig“ aus, aber behindert den Fisch.

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Kai A. Quante

Kai A. Quante

Kai A. Quante ist seit Kinderzeiten Aquarianer. Im harten Wasser wurden zu Jungendtagen Lebendgebärende wie Segelkärpflinge, Black Mollies und Platies gezogen. Mit Umzug nach Braunschweig, mit seinem weichen Wasser, vermehrten sich die Aquarien auf inzwischen etwa 60 bis 80 mit 1,5 bis 180 Litern Volumen mit meist kleinen Fisch- und Wirbellosen-Arten, die sich in den Becken tummeln. Gezüchtet wurden früher diverse Harnisch- und Panzerwelse, Zwergbuntbarsche, Labyrinther und Salmler. Durch die Begeisterung für Wirbellose wurden Anfang der 1990er bereits Bienengarnelen gezüchtet, bald kamen Marmorkrebse und Ringelhandgarnelen als Grundlage für die Zucht diverser Krebs-, Garnelen- und Krabbenarten. Urzeitkrebse faszinieren seit Yps-Zeiten in der Jugend und sind ständige Begleiter. Sie bevölkern nun zwischen 20 und 40 Becken. Seit 2015 hat er mit AQ4Aquaristik eine eigene Marke für aquaristische Produkte im Bereich Urzeitkrebse, Futter und aquaristische Produkte.

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