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Süßwasser-Feenkrebse

von | 18.05.2016 | Urzeitkrebse | 18 Kommentare

Seit vielen Jahren faszinieren uns die Urzeitkrebse in unserem Hobby. Einige kennen noch die Urzeitkrebse als Gimmick aus dem Yps oder natürlich die Nauplien verschiedener Artemia-Arten als Aufzuchtfutter für Fische. Dass es einige Süßwasser-Arten gibt, die im Nano-Aquarium gehalten werden können, ist dagegen nicht vielen Aquarianern bekannt.

Allgemein

Feenkrebse sind Kiemenfüßer, die seit Urzeit auf unserem Planeten vornehmlich in Salzseen, Austrocknungsgewässern oder Polargewässern zu finden sind. In temporären Gewässern fehlen Fressfeinde wie Fische, so dass sie sich dort schnell entwickeln und vermehren können. Sie werden in der Regel nur 6 bis 12 Wochen alt, in denen sie vom Schlupf bis zur Größe von meist 1 bis 3 cm (die größte Art wird über 10 cm groß) wachsen und ihre Eier produzieren.

Für die Aquaristik sind nur Arten aus Asien oder Amerika geeignet, die bei etwa 22 °C bis 28 °C gedeihen können. Sie kommen aus temporären Gewässern, die durch Regenwasser gespeist werden und deren Wasser dadurch sehr weich ist.

Vorbereitung

Ein nur wenige Liter fassendes Gefäß, das passende weiche Wasser, Zysten (quasi weit entwickelte Eier) und das richtige Futter. Schon kann es los gehen…

Für einen Ansatz kann ein beliebiger Behälter von 2 bis 20 Liter, also ein Aquarium oder ein durchsichtiges Gefäß, verwendet werden. Dadurch kann man die kleinen Feenkrebse ab dem Schlupf beobachten. Das Wasser muss mineralstoffarm und frei von Chemikalien sein. Um bei zu weichem Wasser und späterer Fütterung einen Absturz des pH-Wertes zu verhindern, muss es etwas Mineralien enthalten.

Wir verwenden daher für unsere Feenkrebs-Ansätze destilliertes Wasser aus dem Handel gemischt mit Volvic Natürliches Mineralwasser (3 Teile dest. Wasser, 1 Teil Volvic). Für den Bodengrund empfiehlt sich feiner Sand. Etwas Filtermulm aus einem laufenden Aquarium schadet nicht.

Ansonsten wird nur sehr wenig Einrichtung verwendet, da die kleinen Feen Freiwasserschwimmer sind.

Hinweis: Wasser aus dem Trockner eignet sich auf Grund der möglichen Rückstände von Waschmittel und Co. nicht für ein Becken.

Der Ansatz

Die Zysten sind getrocknet, und müssen um sich zu entwickeln mit Wasser in Berührung kommen. Wichtig ist, dass die Zysten von Wasser umgeben sind – sonst ist ein Schlumpf nicht möglich. Sie dürfen nicht seitlich an der Scheibe kleben, wo sie austrocknen. Es ist keine Belüftung notwendig – nur Licht möglichst von oben, welches mindestens 12 Stunden am Tag eingeschaltet sein sollte, da sie sich Richtung Licht orientieren. Eine konstante Temperatur von 24 bis 28 °C ist für die Arten Branchinella thailandensis und Dendrocephalus brasiliensis notwendig. Im Wasser sollte kein Salzgehalt messbar sein. An den pH-Wert wird kein besonderer Anspruch gestellt, wenn er sich um pH 7 bewegt.

Der Schlupf der kleinen Feenkrebse erfolgt aus den Zysten innerhalb von 1 bis 3 Tagen. Klappt dies nicht, so ist das Wasser ungeeignet oder die Temperatur zu niedrig. Für einen neuen Versuch einfach die Eier (besser geht’s mit dem Paketklebeband) trocknen und wieder neu ansetzen. Immer daran denken, dass die Zysten sehr klein sind und daher eine geringe Menge an Zysten bereits ausreicht, um eine schöne Menge an Feenkrebsen aufzuziehen.

Die Nauplien sind sehr, sehr klein und erinnern etwas an Pantoffeltierchen. Sie schwimmen langsam im Wasser, am Licht orientiert, umher. Nach etwa 3 Tagen sind sie bereits als kleine Feenkrebse mit einer Größe von knapp einem Millimeter erkennbar.

Falls Du nicht bereits des Gefäß voll Wasser gefüllt hast, kannst Du nun tageweise Wasser auffüllen. Bitte keine Wasserwechsel mit frischem Wasser machen und immer nur sehr wenig Wasser nachgießen, da die kleinen Feen sehr empfindlich auf Veränderungen der Wasserwerte reagieren.

Aufzucht und Fütterung

Nach 3 bis 4 Tagen kannst Du mit der Fütterung beginnen. Aufgrund der Fütterung und des damit verbundenen zusätzlichen Sauerstoffbedarfs kann eine leichte Belüftung im Aquarium eingebracht werden. Die Membranpumpe bitte nur so einstellen, dass die Belüftung möglichst gering ist. Zugleich wir durch die Belüftung eine Kahmhaut vermieden.

Die Nauplien benötigen im Wasser befindliche pflanzliche oder tierische Organismen. Sie bevorzugen Algenwasser (grünes Wasser), können aber auch gut mit Algenpulver, Fischfutterpulver und Hefe-Wasser-Lösung gefüttert werden.

Fütterung der Feenkrebse

Als Grundlage für unser Futter verwenden wir das Green Micro Powder und Trockenhefe im Verhältnis 1:3. Entweder nutzt Du unsere fertige Futtermischung für Feenkrebse (siehe Video), die Du optional als Zubehör zu den Feenkrebsen mitbestellen kannst, oder mischst Dir das Futter selbst.

Die Futteremulsion wird mit etwa 100 ml lauwarmem Wasser, einem halben Tütchen Trockenhefe und einem Portionslöffel Green Micro Powder hergestellt, etwa ein bis drei Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen und dann im Kühlschrank aufbewahrt. Bei der Fütterung immer die Emulsion erst umrühren und nur so wenige Tropfen füttern, dass das Wasser nicht trüb wird. Meist reichen wenige Tropfen.

Bei Algenwasser so viel geben, dass das Wasser eine grüne Färbung erhält. Warte nun ab, bis das Wasser wieder klar wird. Danach kann wieder gefüttert werden.

Tipp: Bestell das Futter für Feenkrebse direkt bei uns im Shop.

Zucht und Zysten

Nach 14 Tagen haben die Feenkrebse eine Größe von ca. 1 – 1,5 cm erreicht und beginnen mit der Eiproduktion. Weibliche Feenkrebse erkennt man an dem Eierpaket. Fertig entwickelte Eier sinken auf den Boden. Ein Weibchen kann im Laufe des Lebens einige hundert bis tausend Eier produzieren, was von der Art und Konstitution der Tiere abhängt. In den Eiern stockt die Entwicklung nach einer gewissen Zeit und die Zysten können getrocknet, je nach Art, einige Jahre überdauern.

Feenkrebse werden etwa 6 bis 12 Wochen alt. Da aus den Zysten, die ins Aquarium abgegeben werden, noch keine kleinen Feenkrebse schlüpfen. Ist die Freude mit einem Ansatz nach 2 bis 3 Monaten vorbei. Nun gießt man sehr vorsichtig das Wasser ab und lässt den Bodengrund komplett durchtrocknen. Dieses Gemisch aus Zysten und feinem Sand kann dann, wenn er komplett durchgetrocknet ist, für einen neuen Ansatz genommen werden.

Alternativ saugt man regelmäßig den Boden mit einem feinen Schlauch ab, fängt Bodengrund und Zysten in einem feinsten Sieb auf und nutzt dann dies als Grundlage für Neuansätze. Bitte dran denken, Wasser nur sehr vorsichtig wieder aufzufüllen.

Unsere Produkte

Schlagwörter: Feenkrebse | nano | Urzeitkrebse

18 Kommentare

    • Tobias Langer

      Du musst kein spezielles Klebeband nehmen. Nimm einfach dass, welches Du Zuhause hast.

  1. Avatar

    Nehmen die Tiere auch Moina Pulver aufgelöst im Leitungswasser an? Und wieso füttert man erst nach dem Schlüpfen, drei bis 4 Tage später?

    • Kai A. Quante

      Moina Pulver kennen wir nicht. Meinst Du Pulver aus Moringa oleifera? Das haben wir nicht getestet. Spezielles Futter für Wasserflöhe könnte auch gehen. Fütterung erst nach etwa 3 Tagen gilt, da die kleinen erst ihre Reserven aufbrauchen und dann Futter aufnehmen.

      • Avatar

        Genau das meinte ich. Ich habe nämlich nur dies da. Also in dem Pulver sind: Spirulina, Gerstengras, Brennesseln get. Blütenpollen,Haferflocken, Paprikapulver, Reis.

        Mit freundlichem Gruß
        Sandra

        • Tobias Langer

          Das Futter kannst Du auch nehmen – Wir können jedoch nicht sagen, wie starkt dies das Wasser belastet. Füttere also vorsichtig und sehr wenig. Wenn es nicht klappen sollte, dann empfehlen wir Dir unser Hauptfutter für Feenkrebse.

  2. Avatar

    Ich hab mal in einem Video gesehen das es wohl bei den feenkrebsen auch verschiedene Farben gibt ?
    Mir gefallen die blauen sehr kann aber leider nichts finden um welche Art es sich dabei handelt? Blau soll wohl auch eher selten vorkommen.
    Vielleicht wisst ihr welche Art das sein könnte? Lg Indra

    • Tobias Langer

      So genau können wir Dir das auch nicht sagen. Es gibt viele Feenkrebs-Arten, welche jedoch nicht verkauft werden da diese lediglich zur Arterhaltung getauscht werden oder unter Schutz stehen. Viele Bilder wurden jedoch extra mit Bildbearbeitungsprogrammen bearbeitet um intensive Farben zu erzeugen. Ein Mitbewerber macht das ganz gern 😉
      Eine wichtige Rolle spielt auch das Licht – denn auch wie bei Fischen kommen Farben bei passenden Licht besser an.

      • Avatar

        Ah ach so verstehe….ok danke trotzdem für die schnelle Antwort ??

        • Avatar

          Hab meine Eier am Samstag ins Wasser getan und alles passt, sprich richtige Temperatur, genügend Licht aber trotzdem ist noch nichts geschlüpft 🙁 habt ihr einen Rat ?

          • Kai A. Quante

            Hallo Lisa, manchmal kann es ein paar Tage dauern. Die Nauplien sind sehr sehr klein und immer schwer zu sehen.
            Schreib uns gern mal direkt an zu verwendetem Wasser und Temperaturen.

  3. Avatar

    Hallo zusammen,

    erstmal ein Lob zur Aufbau der Seite und des Online-Shops. Sieht gut gemacht aus, finde vor allem die Social Media Interaktion mit Facebook und Youtube gut.

    drei kurze Fragen:
    1. Sammeln sich die Zysten also nicht an der Wasseroberfläche wie bei Artemia salina ?

    2. Werden die Eier zur „Pure Eggs“-Gewinnung nach folgendem Schema aufbereitet (?):
    – Eiersandgemisch trocknen; Mit Wasser kräftig durchmischen, Eier von Wasseroberfläche absammeln/(ab)filtern

    3. Von welcher (thailändischen) Zuchtfarm/Institut/Universität stammen die Branchinella thailandensis, diese sind ja quasi erst seit einigen Jahren kommerziell erhältlich ?

    Danke im voraus für die Beantwortung der Fragen!

    Beste Grüße
    DB

    • Kai A. Quante

      Moin,
      Danke für das Lob!
      Zu 1.: Die fallen auf den Boden.
      Zu 2.: Ohne Bodengrund geht’s einfacher 😉 Die Feen brauchen keinen Bodengrund, um zu buddeln, da sie eh im Freiwasser stehen.
      Zu 3.: Du wirst verstehen, dass wir (hier auf der Seite) keine Informationen über Lieferanten oder Geschäftspartner preis geben können. 😉

  4. Avatar

    Hallo, ich hätte eine frage. Wenn man die eier im wasser lässt, schlüpfen dann nicht eue feenkrebse??

    • Kai A. Quante

      Eier der Süßwasser-Feenkrebse benötigen eine Trockenphase bevor daraus Nauplien schlüpfen können.

  5. Avatar

    Hallo.
    Wie lange kann man das angemischte Futter im Kühlschrank aufbewahren?

    • Avatar

      Sicherlich 2 – 3 Tage, wenn’s kühl ist, kann’s auch eine Woche gut gehen.

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Kai A. Quante

Kai A. Quante

Kai A. Quante ist seit Kinderzeiten Aquarianer. Im harten Wasser wurden zu Jungendtagen Lebendgebärende wie Segelkärpflinge, Black Mollies und Platies gezogen. Mit Umzug nach Braunschweig, mit seinem weichen Wasser, vermehrten sich die Aquarien auf inzwischen etwa 60 bis 80 mit 1,5 bis 180 Litern Volumen mit meist kleinen Fisch- und Wirbellosen-Arten, die sich in den Becken tummeln. Gezüchtet wurden früher diverse Harnisch- und Panzerwelse, Zwergbuntbarsche, Labyrinther und Salmler. Durch die Begeisterung für Wirbellose wurden Anfang der 1990er bereits Bienengarnelen gezüchtet, bald kamen Marmorkrebse und Ringelhandgarnelen als Grundlage für die Zucht diverser Krebs-, Garnelen- und Krabbenarten. Urzeitkrebse faszinieren seit Yps-Zeiten in der Jugend und sind ständige Begleiter. Sie bevölkern nun zwischen 20 und 40 Becken. Seit 2015 hat er mit AQ4Aquaristik eine eigene Marke für aquaristische Produkte im Bereich Urzeitkrebse, Futter und aquaristische Produkte.

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